Zurück aus dem Nirgendwo

27. Januar 2009 17:55

Nachdem wir in ‘Fremantle’ spontan einen Tag später aufgebrochen waren, da unser Campervan noch mit einem neuen Ölfilter ausgestattet wurde, legten wir auf Grund einiger ungewollter Umwege in den ersten Tagen nur wenige hundert Kilometer Strecke zurück. Unser Weg führte uns die Westküste herunter, vorbei an traumhaften Buchten und Stränden bis hin zu berühmt-berüchtigten Orten Miami, Florida und später auch Denmark. Nach zwei Tagen kamen wir dann in ‘Mageret River’ an, wo wir eigentlich bei einer Weintour durch kostenlose “Tastings” endlich auf den Geschmack deliziösen Weins kommen wollten. Dies hatte sich dann allerdings auf Grund der planungsaufwendigen Umstände erledigt und so reisten wir etwas enttäuscht weiter, erst wieder aufgeheitert durch ein köstliches, kostenloses Käse-Probeessen, das uns sofort ins Auge stach – gekauft hätten wir dann auch fast etwas.Anschließend umrundeten wir die süd-westliche Ecke des Kontinents und kamen in ‘Pemberton’ an, wo sich ein eindrucksvoller, sagenumworbender 60-Meter-Baum befinden sollte, den man ungesichert auf Metallstangen besteigen konnte. Viele hatten uns mit Ehrfurcht von dieser Erfahrung erzählt und verglichen diese sogar mit dem Hochgefühl des Fallschirmspringens, aber nachdem wir die 62 Meter hochgeklettert waren und oben in dem Metallkasten saßen konnten wir die ängstlichen Beschreibungen der Anderen nicht ganz nachvollziehen, obwohl uns kurze Zeit schon ziemlich mulmig war . Auch die Tatsache, dass sogar 5-jährige Kinder den Aufstieg mit spielerischer Leichtigkeit in Angriff nahmen, gab uns dann doch irgendwie das Gefühl, dass wir nicht gerade Helden mit dieser Aktion waren. Einige Tage später wurden wir dann aber doch noch um eine Erfahrung bereichert: 140 Leiterstufen (hoch und nochmal runter) können noch tagelangen Muskelkater in den Beinen verursachen.

Wir machten dann noch eine Rundfahrt durch drei andere Nationalparks (mehr gab es in dieser Kleinstadt wirklich nicht zu tun) und guckten und die ‘Beedleup Falls’ an. Auf dem Weg dorthin (wie soll es auch anders sein) verfuhren wir uns natürlich erstmal und hatten mitten im Wald völlig die Orientierung verloren, bis wir auf ein recht großes Anwesen stießen. Dort wollten wir kurz nach Rat fragen und bereits wenige Sekunden nach Ankunft kam uns ein älterer Mann mit riesigem Schäferhund entgegen, der sich als waschechter, vor 40 Jahren nach Australien ausgewanderter Hamburger entpuppte. Er erklärte uns den doch recht einfachen Weg zwei Mal und zeichnete ihn noch ein drittes Mal in den sandigen Waldboden, damit wir uns auch ja nicht nochmal verfahren. Zwei Minuten später guckte er dann nochmal hinter sein Haus, um sicher zu gehen, dass wir seiner Anleitung auch wirklich nachkame. Aber wir hingen natürlich bereits total verunsichert über den richtigen Weg quer auf einem Abhang fest und riefen orientierungslos: “Runter oder hoch??”. Der Hamburger war sichtlich amüsiert über unsere typische Planlosigkeit auf Hochtouren und schickte uns weiter den Abhang runter, von wo aus wir den richtigen Weg erstaunlicherweise endlich fanden.

Nachdem wir eine Nacht auf einem Campingplatz verbracht hatten, ging unsere Reise früh am nächsten Morgen weiter; diesmal gen Osten. Und diesmal sollten wir wie schon auf der Strecke zwischen ‘Cairns’ und ‘Darwin’ erneut vor eine wahre Durststrecke gestellt werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn unser Weg führte uns durch über von der über 2.000 km langen Strecke von ‘Perth’ nach ‘Adelaide’ zu mindestens der Hälfte durch baumlose Wüste, gottverlassene Wildnis und auch über die längste Highwaystrecke Australiens, die 147 km ununterbrochen geradeaus führte – und unser Auto hat einen verfluchten Linksdrill! Nun ja, wir haben die Strecke dann irgendwie in kürzester Zeit hinter uns gebracht, in dem wir den ganzen Tag entweder auf geistigen Durchzug schalteten oder uns mit Hilfe von Hörbüchern imaginär in andere Welten flüchteten, da es auf dieser trostlosen Strecke wirklich nicht viel Verlockendes zu sehen gab. Und nach dutzenden Litern Wasser und dementsprechend auch dutzenden Litern Schweiß kamen wir am “Australia Day” in der größten Stadt Südaustraliens an, dem momentan heißesten Ort Australiens: ‘Adelaide’.

Dort quartierten wir uns nach einer Nacht auf einem Supermarktparkplatz für zwei Nächte in einem recht gemütlichen Hostel ein, da die Hitze es nicht zuließ, sich permanent im Auto, am Strand oder überhaupt erst draußen aufzuhalten. Aber dazu im nächsten Post

Filed under: Nationalparks,Natur,On the Road,Wildlife — Schlagwörter:, , — Mike
Comments (0)

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.



Powered by WordPress |