Nachdem wir in ‘Minnie Water’ aufgebrochen sind, führte und der ‘Pacific Highway’ weiter Richtung Norden und es fing zum ersten Mal an zu regnen. Auf Höhe der Stadt ‘Lismore’ schien aber wieder wie gewohnt die Sonne und wir mussten uns die Straße mit geschätzen 500 Bikern des Motorradclubs ‘Australia Rebels’ teilen, die mit lauten Getöse und teils angsteinflössenden Outfits mit ihren Harley’s an uns vorbeifuhren.
In ‘Nimbin’, einem kleinen Städtchen, welches eigentlich nur aus einer Straße mit wenigen Läden besteht, machten wir einen weiteren Zwischenstopp. Da es auf unserem Weg nach ‘Byron Bay’ lag und auf Grund seines Rufes als ‘Little Amsterdam’ als Touristenattraktion gilt, wollten wir uns diesen Aufenthalt selbstverständlich nicht entgehen lassen. Obwohl der Missbrauch von jeglichen Betäubungsmitteln auch in dieser Stadt -wie überall in Australien- verboten ist, erregten verdächtige Gerüche unsere Aufmerksamkeit und uns wurde andauernd von dubiosen ‘Drugrunnern’ jegliche Art von Drogen angeboten. Eingegangen sind wir darauf natürlich nicht, da wir ja bereits aus Amsterdam wissen, dass man mit diesen Leuten besser keine Geschäfte eingeht, sofern einem sein Hab und Gut am Herzen liegt.
Kurze Zeit später ging es dann -natürlich weiterhin bei völlig klarem Bewusstsein- wieder auf eine ‘Straße’, die diese Bezeichnung nicht wirklich verdient hat: kurvenreich, ohne Beleuchtung, größtenteils ohne jegliche Asphaltierung und fernab von jeder Zivilisation, führte sie uns auf und ab durch Berg und Tal, was insofern problematisch war, da wir kaum noch Sprit hatten. Dazu kam, dass wir den angestrebten Campingplatz auf Grund fehlender Beschilderung nicht fanden und daher in ‘Mullumbimby’ auf dem Parkplatz eines Bowlingclubs/Restaurant nächtigen mussten.
Am nächsten Tag machten wir uns schon recht früh auf den Weg, verpassten allerdings die Ausfahrt nach ‘Byron Bay’, einem berühmten Surferort und zugleich östlichsten Punkt Australiens, und landeten in ‘Ballina’, wo wir wieder bei Aldi dem Kaufrausch verfielen. Deshalb bestimmten wir anschließend ein verbindliches Tagesbudget von 4 AUS $ pro Person für jegliche Nahrungsmittel. Nachdem wir auch unsere bisherigen Ausgaben überschlagen haben, stellten wir leider fest, dass wir nun für die nächsten elf Tage keine Geldmittel für Essen zur Verfügung haben. Zum Glück hatten wir aber zuvor reichliche Vorräte angelegt.
Zurück auf einem nahegelegenen Rastplatz kurz hinter ‘Ballina’ entschieden wir uns dafür, uns zur Abwechslung mal an Bratkartoffeln zu versuchen. Da wir uns aber nicht einig wurden, ob man die Kartoffeln vorher kochen muss oder nicht, fragten wir eine ältere Dame, welche zusammen mit ihren Hunden ebenfalls in einem Campingvan unterwegs war. Diese stellte sich als äußerst hilfsbereit dar und baute uns aus einfachsten Mitteln und mit Hilfe eines Feuers eine Fritteuse, bei welcher selbst MacGyver vor Neid erblasst wäre. Aus den Bratkartoffeln wurden Pommes, die geradezu ‘delicious’ schmeckten. Eine Idee, welcher wir sicher noch öfter nachgehen werden.

