Flashback: Die Westküstentour Pt. 2

19. Januar 2009 17:16

Liebe Freunde gepflegter Unterhaltung,

hier kommt nun der zweite und leider schon letzte Teil unserer spektakulär-unterhaltsamen Westküstentour (Teil 1), die viele einzigartige Erfahrungen, eindrucksvolle Bilder und lachhafte Begebenheiten mit sich gebracht hat. Lasst es euch schmecken…

>> Fotos

Port Hedland
Nachdem wir den Strandort Broome‘ wieder verlassen hatten, führte uns unsere Route weiter die Westküste herunter (siehe Google Maps), bis wir in einer gigantischen Hafenstadt namens ‘Port Hedland‘ ankamen (welche allerdings mehr Hafen als alles andere war). Hier wollten wir eigentlich unsere lang ersehnte Pizza genießen, allerdings hatte bereits ab 9 Uhr Abends absolut kein Laden mehr auf und die Straßen waren wie leer gefegt, keine Menschenseele zu erblicken. So fuhren wir einige Zeit auf der Suche nach einem Schlafplatz mit Essgelegenheit verpeilt in der Gegend herum, bis wir uns von Müdigkeit und Hunger geleitet wie in Trance auf einem gemütlichen ‘Woolworth‘-Parkplatz niederließen. Dies erschien uns als die einfachste Lösung, da wir so zumindest am nächsten Morgen unmittelbar im Supermarkt frühstücken konnten. Zudem gingen wir davon davon aus, dass wir unter all den anderen Industrieautos mit unserem arbeitertypischen Campervan nicht auffallen würden (was auch nicht der Fall war, obwohl sich der Parkplatz die Nacht über schnell leerte). Enttäuscht speisten wir uns mit Salami-Ketchup-Toast ab, was langsam echt an Würze verliert und machten uns am Mittag des nächsten Tages auf in Richtung…

Exmouth, Ningaloo Reef & Coral Bay
Das ‘Ningaloo Reef‘ im ‘Cape Range National Park‘ ist ein 250 km langes Korallenriff, dass mit außergewöhnlicher Pflanzen- und Fischwelt beeindruckt und entgegen dem ‘Great Barrier Reef‘ ungewöhnlich nah an der Küste liegt. Blabla..
Jedenfalls waren diese Informationen Grund genug, dort mal einen Abstecher vorbei zu machen, uns mit günstigem Schnorchelequiment auszurüsten und endlich mal (mehr oder weniger) gepflegt tauchen zu gehen. Und das Ganze hatte sich wirklich voll und ganz gelohnt, da dieser Nationalpark vom Naturschauspiel her die beste Erfahrung war, die wir bisher gemacht hatten (guckt euch die Fotos an, obwohl diese nur einen Bruchteil der eigentlichen Atmosphäre wiederspiegelt). Jedenfalls waren wir jeden Tag mehrmals im Meer, konnten Schildkröten, Seeigel und eine Vielzahl exotischer Fische erblicken, die uns jedes Mal mit einem breiten Lächeln wieder aus dem Wasser haben auftauchen liessen.

Eines schönen Tages sind wir dann auch noch knapp dem Tod entgangen, als wir auf dem Buschklo die gefürchtete “Red Back Spider” erblickten, eine der gefährlichsten Spinnen ganz Australiens. Das Ganze ging zum Glück aber gut aus, obwohl wir beiden schnell die Flucht ergriffen und uns nur mit langen Ästen zu Wehr setzen konnten und wollten.

Den ‘Walking-Track‘, den wir dann zur Strandabwechslung mal begehen wollten, sollte uns an einen gigantischen Fluss entlang führen, welcher allerdings ausgetrocknet war, was wir erst nach der Wanderung enttäuscht erfuhren. Deshalb verliefen wir uns spontan in den Gebirgen, da wir es nicht für wichtig erachteten, den den Weg vorgebenden weißen Stangen zu folgen wollten (außerdem wollten wir unseren planlosen Wurzeln ja treu bleiben). Jedenfalls kletterten anschließend dutzende Meter an den Felsen nach oben, um eine bessere Aussicht zu haben und eventuelle Hinweise auf den offiziellen Walking-Track zu erkennen. Irgendwann hatten wir es aber dann doch zurück zum Auto geschafft, noch einen Tauchgang eingelegt und sind früh am nächsten Morgen losgefahren in Richtung…

Monkey Mia

Dort sollte es entgegen meiner Erwartungen leider keine Affen geben, dafür aber viele Delfine und mit etwas Glück auch einige Haie, die man wohl aus nächster Nähe beobachten können sollte. Zuvor verloren wir erstmal einiges an Fracht: erst fielen uns die Zelte und Planen bei voller Fahrt auf dem Highway vom Dach (es waren aber zum Glück keine weiteren Autos unterwegs), anschließend verabschiedete sich Jay teure Sonnenbrille bei 100 km/h aus dem Fenster, und schlief dutzende Meter über die Straße, überstand es aber trotzdem mit wenigen Kratzern. RayBan-Qualität halt. Dann kamen wir in der “Shark Bay World Heritage Area” an, wo uns als erstes mal der Sprit ausging. Leider hatten wir aber auch kein Geld mehr um zu tanken und erfuhren, dass es in ganz ‘Exmouth‘ keine einzige Bank gab. Wir fühlten uns etwas verloren, bis wir dann doch einen ATM (Geldautomat) fanden, der gegen eine unverschämte Zusatzgebühr Geld von unserem deutschen Konto abheben ließ. Als wir das Geld dann endlich hatten, war dann natürlich erstmal die Tankstelle geschlossen. Zum Glück schafften wir es dann aber so gerade noch raus aus dem Stadtzentrum (am Ortseingang war ein überdeutlich großes “No Camping“-Schild zu sehen) und fanden eine kleine Einfahrt, in der wir uns auf Grund der Spritknappheit mal für einen günstigen Schlafplatz umsahen. Eigentlich wollten wir schon weiter, als wir spontan und wieder mal steckenblieben. Und zwar auf dem einen einzigen mit Sand gefühlten Schlagloch, dass sich auf dieser etwa 25 Quadratmeterfläche befand. Jegliche Versuche zu entkommen waren vergeblich und so dachten wir uns: Na gut, im Grunde haben wir unseren günstigen Schlafplatz ja gefunden (denn eine gute Begründung zur unfreiwilligen Rast war es ja nunmal). Wir schliefen jedenfalls gut und am nächsten Morgen zogen uns dann in aller Frühe zwei aufmerksame australische Four-Wheel-Drive-Fahrer ungefragt aus dieser Falle und wir konnten endlich tanken, Essen kaufen und weiterfahren zur eigentlichen Delfinbucht.

Dort wurde uns für 7 Dollar pro Nase eine Delfinfütterung geboten, die ganz lohnenswert war, da die Delfine unmittelbar an unseren Füßen umherschwommen, eigenständig aus den Weiten des Indischen Ozeans angelockt. Mit etwas Glück hatte Jay sogar die Möglichkeit einen Delfin selber mit einem glitschigen Fisch zu speisen.

Zwei Tage später kamen wir in ‘Perth an, guckten uns die City an, suchten einige Tage nach einer Wohnung, nahmen dann im Endeffekt aber doch wieder das erstebeste ‘Sharehouse’ aka. WG (was im Endendeffekt aber doch eine gute Wahl war), zogen nach ‘Fremantle‘, verdienten etwas Geld und genossen es in vollen Zügen, einfach mal wieder ein standhaftes Dach über dem Kopf zu haben.

Morgen geht’s nach einem Monat Aufenthalt weiter Richtung Osten, d.h. ‘Melbourne‘, ‘Sydney‘ und was noch so alles auf dem Weg so liegt…

[Komisch irgendwie, dass die Erlebnisse zwischen den eigentlichen Attraktionen immer am besten zu erzählen sind - liegt vielleicht an der Planlosigkeit!?]

Comments (2)

2 Kommentare »

  1. [...] Hier geht’s zum Teil 2.. Abgelegt unter: Allgemein, Beach, Natur, On the Road, Unsinniges, Wildlife, u know?, wissenswert — Tags:Broome, Campen, Strafzettel, Westküste — Mike [...]

    Pingback by Planlosunterwegs.de » Flashback: Die Westküstentour Pt. 1 — 19. Januar 2009 @ 18:20

  2. Die Fotos sehen richtig jut aus ;-)

    Kommentar by Kenny — 20. Januar 2009 @ 13:51

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