Flashback: Die Westküstentour Pt. 1

12. Januar 2009 18:42

Lang, lang ist’s her, aber lange noch nicht vergessen. Deshalb werde ich jetzt mal so informativ-unterhaltsam wie möglich von den Vorkommnissen aus den vergangenen Wochen vor ‘Fremantle‘ berichten. Diese Beiträge sind damals aufgrund der schlechten Strom- und Internetmöglichkeiten etwas auf der Strecke geblieben.

Fangen wir also recht weit vorne an:

Nachdem wir unsere mehr oder weniger spannende Wildnistour kurz nach ‘Darwin‘ hinter uns gebracht hatten, durften wir erstmal das großzügige Geschenk des “Australian Governments entgegennehmen und eine saftige Strafe für die Strafzettel 3 & 4 in Kauf nehmen. Nachdem wir uns von dieser bodenlosen Unverschämtheit und den ungerechtfertigten Empörungen gegenüber AIFS erholt hatten, ging unsere planlose Reise auch schon weiter: gen Süd-Westen, mit mehr als 1.500 km bis zu unserem nächsten ZielBroome‘ – diesmal zwar auf asphaltiertem Highway, aber dennoch immer noch mitten im Nirgendwo.

Leider kann ich mich nicht mehr recht entsinnen, wieviele Stunden wir für diese Strecke im Endeffekt gebraucht haben, da wir uns schnell angewöhnt hatten, auf geistigen Durchzug zu schalten, um diese sehr langwierigen Autofahrten zu überleben. Denn irgendwann war einfach der Punkt gekommen, an dem wir einfach nicht mehr wussten, wie wir uns gegenseitig wachhaltend unterhalten sollen (auch die Themenauswahl ging uns nach fünf Monaten Dauerunterhaltung so langsam aus). An dieser Stelle nochmal ein dickes Shout-out an den “Double Shot Iced Coffee“, ohne welchen wir diese körperlich sehr an die Substanz gehenden Strapazen nicht so leicht überstanden hätten – ein mit Käse überbackener und Schokolade garnierter Dank an dieser Stelle nochmal!

Zurück zum Sinnvollen: Etwa zwei Tage dürften wir für die über 1.500 km etwa gebraucht haben, woran ihr erkennt, dass wir täglich, mit einer Spitzengeschwindigkeit von stolzen 90-100 km/h, wirklich gewaltige Strecken zurückgelegt haben, die nur durch unkreative Kochversuche und ausgefallene Tankaktionen unterbrochen wurden. Das Tanken stellte des Weiteren oft ein Problem für sich selbst dar, da wir oft erst spät Abends ziemlich unheimlich wirkenden Dörfer erreichten (solche, wie man sie aus schlechten Horrorfilmen kennt). Dort fiel die Tankstelle oft mit der lokal einzig vorhanden Kneipe zusammen, in welcher zu solch später Abendstunde meist ein teils wildes, teils düster wirkendes Treiben seinen Lauf nahm. Wir trautem dem ganzen nicht wirklich, sonst hätten wir uns natürlich schnell und prostend der Masse angeschlossen… oder auch nicht. Egal.

Genächtigt hatten wir dann auf einem wirklich unglaublich dunklen Rastplatz (die Taschenlampen konnten wir blöderweise nicht finden), auf welchem wir am nächsten Morgen von einer riesigen Kuh geweckt wurden, die ganz gemächlich unmittelbar vor unserer Autotür graste. Ich konnte Jay dann noch so gerade davon abhalten, sie zu Hamburgern umzufunktioieren (wir hatten sowieso keinen Ketchup mehr vorrätig).

Jedenfalls erreichten wir am wunderschönen Morgen des ersten Dezembers das Zentrum der Perlenindustrie Australiens, die Kleinstadt Broome‘. Dort suchten wir zuallererst mal die öffentlichen Duschen am Strand auf, was wirklich bitterlich nötig war. Anschließend begaben wir uns zu einer “Laundry” (öffentlicher Waschsalon), da uns die Klamotten langsam aber sicher ausgingen oder ein beißenden Geruch von sich gaben (vor allem die Bettlaken). Als wir dann einige Zeit später auf dem Strandparkplatz kochten und gleichzeitig unsere Wäsche auf improvisierten Wäscheleinen quer über den Platz verteilt trocken ließen, gesellte sich ein nicht gerade freundlicher Ranger zu uns, der uns wenige Minuten später wegjagte und uns ebenfalls nochmal daran erinnerte, dass Wildcampen in West Australia (WA) mit einer sofortigen Strafe von 250 AU$ geahndet wird. Da wir aber keine Lust auf einen weiteren Strafzettel hatten, erkundigten uns nach dem nächstgelegenen kostenfreien Rastplatz, der nicht sehr weit entfernt liegen sollte.

Am Abend entwickelte sich die Situation dann aber wieder mal typisch: Wir fanden heraus, dass der Ranger uns belogen hatte (oder wir den Instruktionen nicht richtig gefolgt waren), jedenfall fanden wir den Rastplatz nicht und mussten an einer “Information-Bay” pennen, wo das Campen zwar definitiv nicht gestattet war, es aber auch wirklich niemanden stören konnte/interessieren sollte.

Viel Zeit haben wir dann noch in der örtlichen Mall und am wirklich ansehnlichen Strand verbracht, bis wir nach zwei Tagen Aufenthalt in ‘Broome‘ weiter die Westküste herunter Richtung ‘Perth‘ reisten. Auf dem Weg dorthin wollten wir aber noch im ‘Cape Range Nationalpark‘ vorbeischauen, um dort auf Empfehlung hin schnorcheln zu gehen. Anschließend wollten wir noch den Strandort ‘Monkey Mia’ unsicher machen, wo man freilebende Delphine und Haie sehen kann – nur leider keine Affen.

Aber dazu im nächsten Post, zusammen mit den wirklich atemberaubenden Fotos.
Gute Nacht!

Hier geht’s zum Teil 2..

Comments (3)

3 Kommentare »

  1. Hollo ihr Spaßvögel,
    ich mache mir ja immer Gedanken darüber, welche Googelanzeigen jeweils auf eurer Seite sind und erkenne meistens einen Zusammenhang zwischen euren Artikel und dem beworbenen Produkt. Aber als es heute um die IncoSan Inkontinenzwäsche ging musste ich doch erst kurz überlegen was euch damit verbindet. Erst dann wurde mir klar welche Zeitersparniss, welcher Meilengewinn auf solch langen Strecken in gefährlicher Umgebung euch durch die IncoSan Hilfe ermöglicht wurde. Mike ist als Schriftsteller ein Meister der Andeutungen, aber ohne mein genaues Studium der Anzeige, hätte ich die Andeutungen im Artikel ( ich erwähne nur “Laundry und beißender Geruch” ), gar nicht verstanden. Also ich wünsche noch viele passende, spendabele Werbepartner.

    Kommentar by Dauerleser — 12. Januar 2009 @ 20:50

  2. :D :D :D
    ich habe mich kaputt gelacht!
    Wenn du solche tollen Anzeigen siehst, ruhig mal draufklicken ;)

    Kommentar by Jay — 13. Januar 2009 @ 06:56

  3. [...] nun der zweite und leider schon letzte Teil unserer spektakulär-unterhaltsamen Westküstentour (Teil 1), die viele einzigartige Erfahrungen, eindrucksvolle Bilder und lachhafte Begebenheiten mit sich [...]

    Pingback by Planlosunterwegs.de » Flashback: Die Westküstentour Pt. 2 — 19. Januar 2009 @ 18:17

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