Cooloola National Park

7. Oktober 2008 21:27

Nachdem wir es gestern (20. September) auf Grund des langen Anfahrtsweges leider nicht geschafft haben, den ‘Cooloola National Park‘ beim ‘Rainbow Beach‘ zu besuchen, haben wir diese Aktivität auf heute (21. September) verlegt. Planlos wie immer, mussten wir zu allererst und zu beidseitigem Entsetzen feststellen, dass wir mit unserem Campervan nicht weit kommen würden, da die Strecke nur für 4WDs ausgelegt war und wir daher die insgesamt ca. 16 Kilometer lange Distanz durch den Park zu Fuß gehen müssten – bitter, da wir gerade diesen Tag zum entspannten ‘Tag am Meer‘ erklärt hatten.

Wir sind dann jedenfalls losgewandert: zu Fuß durch den Regenwald der faszinierenderweise aus kahlem Sandboden entspringt, nach den ersten Kilometern aber leider etwas monoton wurde; und wir liefen noch viele Kilometer: Denn trotz Karte haben wir dann erstmal die Abzweigung zum Wanderweg verpasst. Und dann sind wir gelaufen, und gelaufen, dutzende Geländewagen an uns vorbei, aber kein anderer Wanderer weit und breit. Irgendwann setzte dann etwas Verwunderung bei uns ein, denn der Strand wollte und wollte einfach nicht kommen, obwohl die Karte ihn ganz in der Nähe verzeichnet hatte.

Zwanzig Minuten Fußmarsch und leicht gereizte Laune später, kam dann aber unsere Rettung, denn obwohl wir das internationale Zeichen für ‘Nimm mich mit’, d.i. der rausgestreckte Daumen, nicht gezeigt hatten, hielt ein Auto mit zwei recht jungen Typen auf den Vordersitzen. Sie fragten uns dann völlig entgeistert ob wir ‘Lost‘ wären, also ob wir uns verlaufen hätten. Als wir denen dann ganz cool erklärten, dass wir dank unserer Karte schon wissen würden, wo wir lang müssten und dass wir nur zum Strand wollen würden, verfielen die beiden einem Lachanfall und fragten uns mit Tränen in den Augen, ob wir ein bisschen zuviel geraucht hätten. Denn trotz der imensen Strecke die wir bereits hinter uns gebracht haben, sei der Strand noch ganze zehn Kilometer entfernt. Nach einem Blick auf unserer Karte wurde uns dann klar, dass wir die vielen Wendungen im Weg ein wenig unterschätzt hatten. Wir hatten uns auf eine über 16 Kilometer lange Strecke begeben, von dem wir dachten, dass sie höchstens acht Kilometer lang wäre. Wir nutzten dann daher direkt die Chance und Jay fragte, ob die beiden Jungs hinten noch Platz für uns hätten. Hatten sie und nachdem wir Surfboards und Angeleqipment zur Seite geräumt hatten, konnten wir sogar einigermaßen gemütlich sitzen. Nur wenn ein Schlagloch eine Sanddüne das Auto mal wieder mehrere Meter in die Höhe katapultierte, schlug man sich öfter den Kopf oder das Bein an Decke oder Kanten an.

Aber wenigstens waren die beiden Hobbyangler cool drauf, haben uns einige Tipps für Anlaufstellen an der Küste gegeben und viel über Details aus Deutschland und unsere Planlosigkeit gelacht. Das einzige was viele Australier übrigens aus Deutschland -neben den beschämenden 12 Jahren unserer Geschichte- kennen, ist das Oktoberfest, dass teilsweise sogar hier in einigen Städten gefeiert wird; aber alle wollen sie mal zum originalen Fest hin. Lustig ist nur, dass alle vermuten, dass das ‘Bierfest‘ überall in Deutschland gefeiert wird und und jeder fragt, in welcher Stadt denn die beste Gaudi wäre.

Wir fuhren dann jedenfalls die restliche Strecke mit den beiden mit, bedankten uns am Strand dann handeschüttelnd bei Anthony und Brian und sprangen von der Ladefläche. Doch nach wenigen Minuten am Strand realisierten wir: Toll! Ein ganz normaler Strand [ja, nach 2 Monaten in Australien werden selbst weiße Sandstrände am türkisem Meer zur Routine]. Und es war nicht mal viel los. Denn wie uns unsere Mifahrgelegenheit bereits erklärt hatte, handelt es sich bei dem Strand nicht um ein Refugium für sonnenbadende Touristen, sondern nur um eine Sandpiste für heizende 4WDs. Also beschlossen wir nach vollen zehn Minuten auch langsam wieder zurück zu gehen, da wir ja noch einiges an Strecke vor uns hatten. Denn auch der Wanderweg war entgegen unseren Erwartungen nochmal zehn Kilometer lang und wir schon irgendwie nicht mehr sehr gewillt zu laufen.

Wir haben uns dann noch kurz einen -ebenfalls entgegen unseren Erwartungen- leider fast ausgetrockneten See angeguckt und sind durch den mit der Zeit sehr eintönigen Dschungel zurückgelaufen. Jay übrigens barfuss, da seine Flip-Flops gerissen waren. Die Schwimmoase, in der wir uns dann anschließend erfrischen wollten, haben wir dann auch irgendwie um einen Kilometer verpasst und dann waren wir auch zu faul zurückzulaufen. Zudem waren die einzigen Tiere, die wir gesehen haben, eine Schlange (ganz kurz, von weitem, ohne Foto; und auch nur ich) und einige Salamander und Geckos. Das einzig positive war dann nur noch der Tarzan-Test, welchen wir den Lianen unterzogen haben.

P.S.: Auf dem Rückweg Richtung Bundaberg haben wir übrigens verloren gegange Kisten am Straßenrand geplündert: Schwimmwesten, einen bereits aktivierten 12-Stunden-Leuchtstab und tolle Regencoats konnten wir ergattern – das hat den Tag wenigstens ein bisschen gerettet.

Filed under: Beach,Experiences,Nationalparks,Natur,Wildlife — Schlagwörter:, , , — Mike und Jay
Comments (3)

3 Kommentare »

  1. Hallo Mike,

    wir grüßen dich herzlich, mach es weiterhin gut und
    schöne Grüße an deinen Freund

    Oma Ruth und Opa Horst

    Kommentar by Angela — 9. Oktober 2008 @ 02:03

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