Die letzte Woche haben zu Beginn in ‘Darwin’ und in den letzten Tagen in zwei verschiedenen National Parks verbracht. In ‘Darwin’ haben wir uns erst einmal einigen wichtigen Dingen gewidmet, uns dafür in einem recht gemütlichem Hostel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis niedergelassen, um uns zudem einige Tage von den Strapazen unserer Outbacktour erholt. Nach einigen Tagen wurde uns das Großstadtgehabe allerdings langweilig und so brachen wir bereits nach drei Tagen wieder auf (da wir auch Tempo etwas anziehen müssen, um rechtzeitig zu Neujahr in ‘Perth’ zu sein, wenn wir das überhaupt noch schaffen). Jedenfalls wollten wir uns zuvor aber noch den umliegenden ‘Kakadu National Park’ und ‘Litchfield National Park’ angucken, die zu den schönsten ganz Australiens gehören sollten. Um es kurz zu machen: Viel Natur und jede Menge lebensgefährliche Tiere, die im Endeffekt aber langweiliger waren als erwartet.
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Während wir uns am Freitag noch unter Wasserfällen im Litchfield Nationalpark kurz vor Darvin erfrischt haben, konnten wir heute das kühle Nass des Indischen Ozeans geniessen. Das tut gut bei den knapp 40°C im Schatten.
Nachdem wir sehr erleichtert den Weg aus den Untiefen des Outbacks gefunden haben, fuhren wir endlich wieder auf einem gesicherten Higway Richtung ‘Darwin’. Auf diesem Weg lag ‘Katherine’, eine auf der Landkarte eher unauffällige, kleine und ungeahnt furchtbare Stadt. Denn als wir an einem Freitag, dem 21. November, um etwa 9 Uhr Abends dort ankamen, trauten wir unsere Augen kaum. Die ganze Stadt wurde mehr oder weniger regiert von Aboriginies. Aber keine wirklichen Ureinwohner, wie man sie von Postkarten oder sonst woher kennt. Nein, lauter verwahloste, betrunkene, sich prügelnde und Touristen anpöbelnde Aborigínies, vor denen wir von Anfang an -bedingt durch pure Angst- eine vernünftige Distanz hielten. Das hieß, erstmal Fenster zu, Knöpfe runter und Wertsachen verstaut, bevor wir dort das mutige Risiko eingingen und anhielten. Denn man hat schon viel von unangenehmen Begegnungen und materialistischen Enteignungen durch Aborigies gehört.
Jetzt mal ehrlich, gäbe es einen Preis für die größten Vollidioten des Jahres würden Mike und Ich wahrscheinlich nicht nur nominiert werden, sondern direkt den Ehrenpreis für die Kategorie „Aus Fehlern nicht lernend“ erhalten. Denn obwohl uns der Schrecken um Murphys Tod immer noch tief in den Knochen steckte, machten wir uns nach einem Aufenthalt in ‘Burketown’ auf dem Weg über das Roadhouse ‘Hell’s Gate’ nach ‘Borroloola’. Auf der letzten Etappe zwischen dem Restaurant (das selbstverständlich geschlossen war) und unserem Zieldorf lagen 400 km uns sonst Nichts. Weder eine Tankstelle, noch andere Anzeichen für Zivilisation. Dafür aber ‘unsealed Road’, d.i. unbefestigte Fahrbahn, die zwar so breit war wie eine mehrspurige Autobahn, dafür aber eine Bodenkonsistenz wie ein schlechter Waldweg und das Geschwindigkeitshindernis von tausenden Schlaglöchern und Regenrillen aufwies. Bedingt auch durch die Wetseason, die im ‘Northern Territory’ zu alltäglichen, sintflutartigen Regenfällen führt, waren dazu auf der Strecke riesige Wasserlachen zu finden, die eher größeren Teichen bzw. Seen Konkurrenz machten und nicht unhäufig die komplette ‘Straße’ verschluckten. Da wir aber nicht wussten, zu welcher Tiefe unser alter Eco mit seinem Zweiradantrieb solche Pfützen meistern könne (auf der gesamten Strecke sahen wir drei Autos, die allesamt Allradantrieb besaßen) und die Wasserlöcher teilweise fast knietief waren, hatten wir bei dem ersten besonders großen Wasserhindernis eine „grandiose“ Idee.
Und nachdem Mike so fleissig schreibt, kommt nun mein Ergebnis der Arbeitsteilung: Endlich wurden die Fotos von Fraser Island sortiert und hochgeladen. Viel Spaß beim Ansehen!
Was haben wir noch gleich im wunderschönen ‘Cairns’ (ausgesprochen ‘Cans’) gemacht? Ganz einfach beantwortet: wir haben den aktiveren Teil unseres “Urlaubs” wahrgenommen, und uns dem Sport, der Bildung und der Organisation unseres weiteren Reiseverlaufs hingegeben. Hahaha… so, gut gelacht! Nein, ist natürlich nicht wahr und wir haben im Endeffekt nicht mehr geschafft als, lasst es mich in einem Wort zusammen fassen: Nichts! Ja, das kommt hin. Denn abgesehen davon, dass Jay etwas gearbeitet hat und ich inaktiven Beistand geleistet habe und an etlichen Blogbeiträgen und Fotogallerien gebastelt habe (letzter kommen bald!), waren sonst nur die Strandlagune und später auch der interne TV-Room der Campingplatzes interessant. Zwar war ‘Cairns’ allgemein gesehen sehr entspannt und kompakt gestrickt, zudem waren die meisten Leute zudem extrem nett und ‘open-minded’, aber die Stadt lädt nun mal auch sehr zum Faulenzen ein. Und da wir von sowas echt leicht zu beeindrucken sind, haben wir uns schnell, gerne und langzeitig anstecken lassen und uns mal eine Woche ganz uns selbst gewidmet (zwar passiv, aber immerhin).
Wir mussten ja schon einiges mitmachen auf dem Weg von Sydney die Ostküste hoch. Wir haben Dörfer gesehen, von denen wir dachten, es ginge kaum kleiner. Wir sind auf Straßen gefahren, auf denen wir dachten: “Wo zum Teufel sind wir?”. Und wir haben die Natur von einer Seite kennengelernt, von der wir auf der einen Seite beeindruckt fanden, von der wir aber auf der anderen Seite auch verwirrt waren, da an solch entlegenen Orten überhaupt Menschen leben. Aber das war alles Kinderkram!
Kennste einen, kennste alle!
Als wir dann am nächsten Morgen wirklich um halb 7 Uhr aufstehen mussten, war uns dann aber doch nicht mehr zum Lachen zu Mute. Denn Oleg-Bolleck-Roddek oder wie auch immer saß als Halter des Autoschlüssel immerhin am längeren Hebel und war somit der an uns gebundene Chauffeur. Halb verschlafen, ein klein wenig verkatert und obendrein noch hungrig konnten wir dann aber einen wunderschönen Sonnenaufgang am Strand beobachten, der uns für all unsere Bürden entschädigte und uns irgendwie auch richtig fit machte. |
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Die 250.000 KM auf unserem Tacho sind voll und die Westküste ist erreicht.
